Chi­ca­go Reader: Krea­tiv gegen den Umsatz­ein­bruch

Ein Pro­jekt des Chi­ca­go Reader

Wie vie­le Zei­tun­gen welt­weit ist auch die Lokal­zei­tung Chi­ca­go Reader hart von der Coro­na-Pan­de­mie betrof­fen. Vie­le Anzei­gen­kun­den sind Bars, Restau­rants und Clubs aus Chi­ca­go, die inzwi­schen schlie­ßen muss­ten. Das Ergeb­nis: 90 Pro­zent des Anzei­gen­um­sat­zes sind ver­schwun­den. Umso schlim­mer, da der Chi­ca­go Reader eine Gra­tis­zei­tung ist (eine der ers­ten der USA) und des­halb auch kei­ne Ein­künf­te aus dem Kiosk­ver­kauf hat. Was die Zei­tung aber statt­des­sen hat? Jede Men­ge Krea­ti­vi­tät.

Die­se Ide­en wur­den umge­setzt

  1. Ein Mal­buch. Nicht nur der Chi­ca­go Reader lei­det unter der Situa­ti­on, son­dern auch die Krea­ti­ven Chi­ca­gos, die zur Haupt­le­ser­schaft der Zei­tung gehö­ren. Zusam­men mit 50 loka­len Künst­lern hat der Reader des­halb ein Mal­buch erstellt – auch die Ver­mark­tung läuft gemein­sam, der Pro­fit wird geteilt. Beson­ders bei der PDF-Ver­si­on des Buches zum Selbst­aus­dru­cken. Das hilft nicht nur der Zei­tung, son­dern auch der Com­mu­ni­ty.
  2. Eine “Sou­ve­nir-Aus­ga­be”. Für die Aus­ga­be vom 26. März gab es schon fast kei­ne ana­lo­gen Ver­brei­tungs­we­ge mehr – der Reader liegt meist in den Clubs und Bars aus, die jetzt schlie­ßen muss­ten. Es gibt die Aus­ga­be des­halb haupt­säch­lich digi­tal – 200 Stück wer­den jedoch gedruckt und an Fans und Samm­ler für 15 Dol­lar ver­kauft.
  3. Neu­es Mer­chan­di­se. Das Cover der vor­letz­ten Aus­ga­be von vor zwei Wochen ist eben­falls auf gutem Weg, zum his­to­ri­schen Doku­ment zu wer­den. Mit­hil­fe exter­ner Sho­p­an­bie­ter kann man es jetzt als Chi­ca­go-Reader-Mer­chan­di­se auf Tas­sen, Shirts und Müt­zen kau­fen. Durch die exter­nen On-Demand-Dienst­leis­ter sind die Kos­ten für den Reader hier qua­si null.
  4. Umstel­lung auf Abos. Wenn man das Heft nicht mehr gra­tis aus­le­gen und durch Wer­bung finan­zie­ren kann, müs­sen eben doch die Leser zah­len. Dank eines neu­en Ange­bot kön­nen die Ein­woh­ner Chi­ca­gos für 50 Dol­lar auch in den nächs­ten 12 Wochen den Reader bekom­men – zuge­schickt per Post.
  5. Ein Unter­stüt­zer-Pro­gramm. Auch ein klas­si­sches Mem­bership-Pro­gramm gibt es jetzt: Leser kön­nen den Chi­ca­go Reader durch ein­ma­li­ge oder regel­mä­ßi­ge Spen­den über Was­ser hal­ten – damit es ihn auch nach Coro­na noch gibt.

Lear­nings

  • “Gib uns Geld, um uns zu unter­stüt­zen” und “Gib uns Geld und du bekommst die­ses neue Unter­stüt­zer-Pro­dukt” sind ver­schie­de­ne Bot­schaf­ten, die ver­schie­de­ne Ziel­grup­pen anspre­chen kön­nen.
  • Wenn alte Gewiss­hei­ten weg­fal­len, sind die Krea­ti­ven im Vor­teil.
  • Es wird nicht die eine Maß­nah­me geben, die alle finan­zi­el­len Pro­ble­me in der Coro­na­kri­se löst. Jetzt ist der Zeit­punkt, um vie­le ver­schie­de­ne Din­ge aus­zu­pro­bie­ren.

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