MDR Sach­sen-Anhalt: Täg­li­ches Coro­na-Daten-Update

Ein Pro­jekt des MDR Sach­sen-Anhalt

Mit weni­ger als der Hälf­te der Inhal­te zehn­mal höhe­re Zugrif­fe errei­chen? Das geht, wenn man sich genau anschaut, was die Nut­zer wol­len. In der Coro­na-Kri­se hat sich die Online-Redak­ti­on des MDR Sach­sen-Anhalt ent­schie­den, viel klas­si­sches Nach­rich­ten­ge­schäft weg­zu­las­sen, um dafür jeden Tag Ein­ord­nun­gen und Hin­ter­grün­de zu den neu­es­ten Pan­de­mie-Zah­len zu lie­fern. Mit einem lan­gen Arti­kel und einem News­let­ter am Tag lie­fert die Redak­ti­on Ori­en­tie­rung, ohne ihre Leser mit Infor­ma­tio­nen zu über­flu­ten.

So könnt ihr die Idee umset­zen

  1. Die Idee: Schon früh in der Kri­se fiel Redak­ti­ons­lei­ter Frank Rugul­lis und sei­nem Team auf, dass die Nut­zer ganz bestimm­te Din­ge nach­frag­ten. Sie such­ten nicht nach dem Rat­ten­ren­nen, nach den immer neu­es­ten Zah­len und Ent­wick­lun­gen, son­dern nach Ein­ord­nun­gen und Erklä­run­gen der Zah­len und Brea­king News, die über den Tag ohne­hin auf sie ein­pras­sel­ten. Die Redak­ti­on beschloss, ihre Kraft in das zu ste­cken, was die Leu­te wirk­lich wol­len – die das neue Coro­na-Update fließt des­halb seit vier Wochen ein Groß­teil ihrer Arbeit. In einem län­ge­ren Arti­kel täg­lich wird das The­ma des Tages bespro­chen und erklärt, etwa die Ver­dopp­lungs­zahl oder die Anzahl der Inten­siv­bet­ten in der Regi­on. Seit drei Wochen wird zusätz­lich ein News­let­ter als zusätz­li­cher Dis­tri­bu­ti­ons­weg genutzt.
  2. Die Umset­zung: Das Team pro­fi­tiert davon, schon län­ger als digi­tal ver­netz­tes Team mit ver­schie­de­nen Kom­pe­ten­zen zu arbei­ten. Exper­ten für Audio, Video, Recher­che, Daten oder Visua­li­sie­rung kom­men in der Redak­ti­on zusam­men. Jeden Mor­gen gibt es eine Redak­ti­ons­kon­fe­renz über das Video­kon­fe­renz­tool Cir­cuit, das der MDR lizen­siert hat. Dar­in wird das The­ma des Tages fest­ge­legt. Dann über­legt das Team zusam­men, wie das The­ma mit den vor­han­de­nen Kom­pe­ten­zen am Bes­ten umge­setzt wer­den kann. Die wei­te­re Kom­mu­ni­ka­ti­on fin­det dann über Slack statt, das die Redak­ti­on auch schon vor der Kri­se genutzt hat.
  3. Die Beson­der­hei­ten: Das typi­sche Nach­rich­ten­ge­schäft ruht größ­ten­teils. Dadurch sind inner­halb der Redak­ti­on Res­sour­cen frei­ge­wor­den, um das Coro­na-Update bes­ser zu machen – und um neue Rol­len zu schaf­fen: Ein Mit­ar­bei­ter ist nur noch dafür zustän­dig, die Kom­mu­ni­ka­ti­on sei­ner Kol­le­gen auf den diver­sen Digi­tal-Tools zu orga­ni­sie­ren und zu koor­di­nie­ren. So bleibt bei allen ande­ren mehr Zeit für Inhalt­li­ches.

Lear­nings

  • Das Pro­dukt wird enorm stark nach­ge­fragt: Die Zugriffs­zah­len auf die Sei­te haben sich ver­zehn­facht. Auch die Regel­mä­ßig­keit wird geschätzt. Leser­feed­back zeigt, dass die Nut­zer den Fokus auf den Hin­ter­grund schät­zen und gezielt suchen.
  • Man muss in der Kri­se den Mut haben, Din­ge weg­zu­las­sen, die man für selbst­ver­ständ­lich hielt. MDR Online ver­öf­fent­licht im Moment weni­ger als die Hälf­te der Inhal­te wie vor­her, und macht dafür das Coro­na-Update immer bes­ser.
  • News­let­ter sind nach wie vor und gera­de in der Kri­se ein extrem wert­vol­les Tool für Com­mu­ni­ty-Buil­ding.
  • Es bestä­tigt sich auch ein wei­te­rer Trend: Um Nut­zer zu gewin­nen und zu hal­ten, muss man Nähe her­stel­len. Beim Coro­na-Update gibt es des­halb eine per­sön­li­che Anspra­che und eine per­sön­li­che Ein­füh­rung eines Autors. Die Leser sagen: Dadurch füh­len sie sich als Teil der Fami­lie.

Hier geht’s zum Pro­jekt

Wenn ihr mehr erfah­ren, oder euch das Pro­jekt selbst anse­hen wollt, klickt ein­fach hier.

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