NDR: Wie geht’s dem Nor­den?

Ein Pro­jekt des NDR

In einer Kri­se wie der Coro­na-Pan­de­mie und der damit ein­her­ge­hen­den Unvor­her­seh­bar­keit macht es wenig Sinn, mit einer Idee lan­ge zu war­ten. Dach­te sich auch der NDR, der inner­halb einer Woche eine Zusam­men­ar­beit mit dem Start­up Klip­works ins Leben rief. “Wie geht’s dem Nor­den” heißt das Pro­jekt, in dem Zuschau­er dem NDR selbst­ge­dreh­te Vide­os über die Klip­works-Platt­form zukom­men las­sen kön­nen. Das Bei­spiel zeigt, wie gut eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen einem eta­blier­ten Medi­en­haus und einem Start­up funk­tio­nie­ren kann.

So wur­de der Plan umge­setzt

  1. Die Idee: Vor der Umset­zung kamen im NDR zwei Din­ge zusam­men: Coro­na schränk­te die Mög­lich­kei­ten für Drehs nach­hal­tig ein, die Leu­te kom­men nicht aus dem Haus und die Stra­ßen sind leer. Der Sen­der frag­te sich: Wie kön­nen wir das Leben im Nor­den trotz­dem abbil­den? Gleich­zei­tig ver­schick­te Nico Lum­ma, Chef des Next Media Acce­le­ra­tors, auf Twit­ter ein Spot­light zu eini­gen der NMA-Star­tups. Bei Klip­works dach­te sich das NDR-Team: “Das passt ja gru­se­lig gut.” Björn Sta­schen, der Head des Next­News­Labs beim NDR, sprach dar­auf­hin mit sei­nem Chef, hol­te sich ein Go und ver­ein­bar­te noch am sel­ben Tag einen Video­call mit dem Klip­works-Team. Der NDR arbei­tet mit dem NMA zusam­men und hat schon häu­fi­ger mit Star­tups koope­riert, aber „viel­leicht noch nie so kurz­fris­tig“, meint Sta­schen.
  2. Die Umset­zung: Inner­halb einer Woche wur­de zusam­men mit dem Klip­works-Team das Tool an die NDR-Bedürf­nis­se ange­passt, denn es soll­te ja schnell gehen. Der NDR for­mu­lier­te des­halb nur weni­ge Anfor­de­run­gen an das Team, nutz­te im End­ef­fekt die fer­ti­ge Platt­form mit weni­gen Anpas­sun­gen – nur das nötigs­te, damit es für den NDR funk­tio­niert. Dabei ging es vor allem um Fra­gen des User Inter­faces (es soll­te ja nach NDR aus­se­hen) und um die gröbs­ten Bugs. Wenn etwas im Backend noch nicht hun­dert­pro­zen­tig klapp­te, war das erst­mal egal. Die Wei­ter­ent­wick­lung und Ver­fei­ne­rung kommt jetzt, nach dem Start.
  3. Die Pro­ble­me: Grö­ße­re Pro­ble­me gab es bei der Umset­zung nicht, aber bei­de Teams kamen an ihre Kapa­zi­täts­gren­zen. Der NDR ist wegen der Tages­ak­tua­li­tät und Coro­na per­so­nell unter Druck, und Klip­works ist ohne­hin nur ein klei­nes Team. Das hat das Gan­ze etwas ver­zö­gert, bei­de Teams wären ger­ne noch schnel­ler am Start gewe­sen.
  4. Die nächs­ten Schrit­te: Als ers­tes gibt es nun eine wich­ti­ge Fra­ge zu beant­wor­ten: Das Pro­dukt von Klip­works löst den Pain des NDR – aber kommt es auch beim Zuschau­er an? Gibt es genug Ein­sen­dun­gen? In der ers­ten Woche kamen rund 40 Vide­os – ein guter Start. Außer­dem wird die Tech­nik hin­ter “Wie geht’s dem Nor­den” wei­ter getes­tet und wei­te­re Bugs wer­den bear­bei­tet. Mit­tel­fris­tig wird es dann auch wei­te­re Abstim­mun­gen inner­halb des NDR geben, zum Bei­spiel, wel­che Redak­tio­nen mit dem Mate­ri­al wie umge­hen wol­len und kön­nen. Die ein­ge­hen­den Vide­os könn­ten bes­ser struk­tu­riert und ans NDR-Backend ange­passt wer­den.

Lear­nings

  • “Bet­ter done than per­fect” stimmt – manch­mal muss man mit einem neu­en Pro­dukt ein­fach schnell raus­ge­hen, auch wenn es noch Bugs gibt.
  • Wenn man mit einem Start­up zusam­men­ar­bei­ten will, muss man Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Es gilt, Abstri­che zu machen, Son­der­wün­sche zu ver­mei­den und sich auf den Pur­po­se zu kon­zen­trie­ren
  • Als Medi­en­haus kurz­fris­tig mit einem exter­nen Start­up zusam­men­ar­bei­ten – das geht!
  • Es gibt vie­le gute Leu­te mit tol­len Ide­en für die Medi­en­bran­che “da drau­ßen”.
  • Es ist wich­tig, früh zu tes­ten und viel aus­zu­pro­bie­ren.
  • Wich­tig für die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Medi­en­haus und Start­up: Nicht lan­ge mit E‑Mails auf­hal­ten, son­dern sofort eine gute Platt­form für die Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­rich­ten und eine gemein­sa­me Arbeits­um­ge­bung eta­blie­ren.
  • Und: Schwar­min­tel­li­genz hilft – für den Work­flow zwi­schen Klip­works und NDR fan­den NDR-Kolleg*innen in einem kur­zen Video­chat ein Tool, das in einem Lan­des­funk­haus bereits ein­ge­führt war und nur leicht ange­passt wer­den muss­te.

Hier geht’s zum Pro­jekt

Wenn ihr mehr erfah­ren, oder euch das Pro­jekt selbst anse­hen wollt, klickt ein­fach hier.

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