rbb: “4 Wän­de Ber­lin – 30 Fil­me mit Abstand”

Ein Pro­jekt des rbb

Wenn man das Haus nicht ver­las­sen darf und auf phy­si­scher Distanz leben soll, ist man als Filmemacher*in in sei­ner Arbeit ziem­lich ein­ge­schränkt. Aus die­sem Aspekt her­aus ist das rbb-Pro­jekt “4 Wän­de Ber­lin – 30 Fil­me mit Abstand” ent­stan­den. Unter der Pro­jekt­lei­tung von Johan­nes Unger, Lei­ter der Abtei­lung Doku­men­ta­ti­on und Zeit­ge­sche­hen beim rbb, und in Zusam­men­ar­beit mit dem Regis­seur Jan Ten­ha­ven und der Pro­duk­ti­ons­fir­ma BASIS BERLIN sind inner­halb kür­zes­ter Zeit 30 Kurz­fil­me von Filmemacher*innen aus Ber­lin und Bran­den­burg ent­stan­den, die in jeweils zwei Minu­ten die aktu­el­le Iso­la­ti­on beschrei­ben.

So wur­de das Pro­jekt umge­setzt

  1. Die Idee: Im Mit­tel­punkt der spon­ta­nen Ideen­ent­wick­lung stand die Fra­ge, wohin all die Krea­ti­vi­tät der Film­schaf­fen­den geht, wenn sie durch den Lock­down gezwun­gen sind, ihre Arbeit von einem Tag auf den ande­ren zu unter­bre­chen. Home Office ist ja in die­ser Bran­che eher kei­ne Alter­na­ti­ve. Oder doch? Es ent­stand das Kon­zept eines “fil­mi­schen Ket­ten­briefs”: 30 Filmemacher*innen lie­fer­ten den gan­zen April über auf den ver­schie­de­nen Online­platt­for­men (und teil­wei­se auch im linea­ren Fern­se­hen des rbb) je einen zwei­mi­nü­ti­gen Kurz­film aus den eige­nen vier Wän­den. 
  2. Die Umset­zung: Nor­ma­ler­wei­se gibt es sehr kla­re Vor­ga­ben, auf die die Redak­ti­on vor Pro­duk­ti­ons­start besteht. Den Umstän­den ent­spre­chend sah das dies­mal anders aus – die Vor­ga­ben beschränk­ten sich auf Dreh­ort (Zuhau­se) und Film­dau­er (120 Sekun­den). Die betei­lig­ten Film­schaf­fen­den, etwa Wim Wen­ders, Andre­as Dre­sen oder Mo Asumang, waren in der sons­ti­gen Gestal­tung frei, sodass letzt­end­lich die ver­schie­dens­ten Film­ar­ten – von Spiel­film über Doku­men­ta­ti­on bis hin zu Dau­men­ki­no – ent­stan­den. Dabei kam oft das Smart­pho­ne zum Ein­satz, manch­mal auch (semi-)professionelle Kame­ras. Die fer­ti­gen Fil­me wur­den inhalt­lich nicht mehr ver­än­dert. Zwar gab es mit Jan Ten­ha­ven einen Gesamt­re­gis­seur, der am Ende auch für eine 75-minü­ti­ge Kom­pi­la­ti­on aus den Kurz­fil­men ver­ant­wort­lich war, er fun­gier­te aber als Kura­tor, der nicht redak­tio­nell ein­griff.

Lear­nings

  • Redak­teu­re nei­gen zur Vor­sicht und zur Kon­trol­le. Es lohnt sich aber, der Krea­ti­vi­tät auch ein­fach mal frei­en Lauf zu las­sen. 
  • Auch auf­wen­di­ge doku­men­ta­ri­sche Pro­jek­te kön­nen in sehr kur­zer Zeit ent­ste­hen.
  • Dre­hen ist auch mit klei­nem Equip­ment in gro­ßem Umfang mög­lich.
  • Sonst denkt man als klas­si­scher Fern­seh- und Doku­men­tar­film­re­dak­teur zuerst an Fern­se­hen und dann an Social Media. Anders­rum funk­tio­niert es aber genau­so gut.

Hier geht’s zum Pro­jekt

Wenn ihr mehr erfah­ren wollt, klickt ein­fach hier.

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