Radio Schwa­ben: Dezen­tral sen­den aus Home-Stu­di­os

Ein Pro­jekt des Radio Schwa­ben

Das Coro­na­vi­rus stellt die Welt vor gewal­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen. Eine davon: Die eige­nen vier Wän­de wer­den zum Büro. Vor allem für Radio­sen­der ist das eine Umstel­lung. Bei ihnen reicht es nicht, ein­fach den Lap­top mit nach Hau­se zu neh­men. Tech­nik, Redak­ti­on, Mode­ra­ti­on – alles muss wei­ter Hand in Hand funk­tio­nie­ren, um sen­de­fä­hig zu blei­ben. Und das kann funk­tio­nie­ren: Radio Schwa­ben hat sei­ne kom­plet­te Mann­schaft nach Hau­se geschickt und sen­det trotz­dem wie gewohnt wei­ter.

So könnt ihr die Idee umset­zen

  1. Die Idee: Gera­de in Kri­sen­zei­ten lie­fern loka­le Radio­sen­der wich­ti­ge Infos für die Men­schen vor Ort, kön­nen den Zusam­men­halt för­dern und Hil­fe koor­di­nie­ren. Daher sei es jetzt kei­ne Alter­na­ti­ve, Sen­de­stre­cken zu auto­ma­ti­sie­ren oder ein­fach mehr Musik zu spie­len, sagt Mar­kus Gilg, Geschäfts­füh­rer von Radio Schwa­ben. Im Gegen­teil: Die Men­schen bräuch­ten mehr Infor­ma­tio­nen als vor­her. Also hat die Redak­ti­on umge­stellt und sen­det dezen­tral aus den eige­nen vier Wän­den. Nie­mand fährt mehr in den Sen­der.
  2. Die Vor­aus­set­zun­gen: Radio Schwa­ben kam zugu­te, dass durch ihre Zusam­men­ar­beit mit Exter­nen, z.B. frei­en Jour­na­lis­ten, die nicht vor Ort in Schwab­mün­chen sind, schon dezen­tra­le Struk­tu­ren vor­han­den waren. Inner­halb weni­ger Stun­den war das Team bereit, um von zu Hau­se aus zu sen­den. Der Sen­der ist noch rela­tiv neu (2017) und nutz­te von Beginn an Cloud­lö­sun­gen von radio​.cloud (in Bay­ern „Bay­Cloud­Net“).  
  3. Die Orga­ni­sa­ti­on: Die Kom­mu­ni­ka­ti­on läuft in den glei­chen Mus­tern ab, wie das auch in gemein­sa­men Redak­ti­ons­räu­men der Fall ist.  Ziel ist es, dem nor­ma­len Tages­ab­lauf so nahe wie mög­lich zu kom­men. Kon­fe­ren­zen und Mode­ra­to­ren-Brie­fings lau­fen per Video­call und fin­den vier Mal am Tag statt. Das ent­spricht den vier Tages­schich­ten, die es ohne­hin gibt.
  4. Die Tech­nik: Das Sys­tem, das Radio Schwa­ben nutzt, funk­tio­niert im Grun­de wie eines für Tele­fon­kon­fe­ren­zen, nur in Stu­dio­qua­li­tät. Wel­ches genau das ist, bezeich­net Gigl als „Betriebs­ge­heim­nis“. Ent­schei­dend sei aber sowie­so etwas ande­res: ein Back­up für die DSL-Lei­tung zu haben, da das Inter­net zur­zeit stark belas­tet ist. Das Back­up stellt Radio Schwa­ben durch einen Mul­tis­witch sicher, der jedem in sei­nem Home Stu­dio zur Ver­fü­gung steht. Die­ser wählt stän­dig zwi­schen DSL und LTE, je nach­dem, wo die Ver­bin­dung gera­de am sta­bils­ten ist.

Lear­nings

  • Es lohnt sich als Radio­sen­der, gene­rell über dezen­tra­le Struk­tu­ren nach­zu­den­ken. Auch außer­halb von Kri­sen­zei­ten. Wich­tig ist vor allem die Zusam­men­ar­beit mit Diens­ten, die Cloud­lö­sun­gen für Radio­sen­der anbie­ten.
  • Mit den rich­ti­gen tech­ni­schen Mit­teln klingt Radio aus dem Home Stu­dio genau­so wie aus dem Funk­haus. Sogar Dop­pel­mo­de­ra­tio­nen sind mög­lich. Man kann auch über Sky­pe oder Direct IP im Home Stu­dio sen­den, dabei tre­ten aller­dings Ver­zö­ge­run­gen auf, die eine Zuschal­tung erschwe­ren. Gene­rell wich­tig: Auf eine sta­bi­le Inter­net­lei­tung ach­ten und einen Mul­tis­witch nut­zen.
  • Der Mehr­auf­wand, die Arbeit zu dezen­tra­li­sie­ren, ist nicht umsonst: Radio Schwa­ben ver­zeich­net seit dem Aus­bruch der Coro­na-Kri­se einen star­ken Anstieg der Zugriffs­zah­len auf den Web­stream. Und auch die Inter­ak­ti­on mit den Hörern hat zuge­nom­men. Rie­fen bis­her täg­lich etwa 10–15 Men­schen an, sind es zur­zeit über 100.
  • Con­tent ist King – vor allem in Kri­sen­zei­ten. Radio Schwa­ben hat bei­spiels­wei­se die kom­plet­te Pres­se­kon­fe­renz von Mar­kus Söder über­tra­gen, in der er die Aus­gangs­be­schrän­kun­gen für den Frei­staat ver­kün­det hat.

Hier geht’s zum Pro­jekt

Wenn ihr mehr erfah­ren, oder euch das Pro­jekt selbst anse­hen wollt, klickt ein­fach hier.

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