DJS: Erfolgreichen Fernunterricht müssen auch die Lehrer lernen

Ein Projekt der Deutschen Journalistenschule

Auch die Deutsche Journalistenschule in München muss sich in der Corona-Krise umstellen. 45 Schüler über drei Klassen wechselten in kürzester Zeit von Präsenzunterricht auf E-Learning. Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Lehrenden eine Herausforderung. Nach einer Eingewöhnungsphase läuft das inzwischen recht gut – auch wenn sich manches nicht einfach so vom Analogen ins Digitale übertragen lässt.

So wurde der Plan umgesetzt

  1. Die DJS nutzt Google Meet und andere Angebote der Google G-Suite fürs E-Learning. Nicht, weil es aus einem umfangreichen Test als Sieger hervorging – sondern weil die Infrastruktur hier bereits vorhanden und der Einsatz der Technik so am unkompliziertesten war.
  2. Alle Dozenten, die auf diese Art unterrichten sollen, werden entsprechend gebrieft. Sind sie überzeugt, ihren Lehrstoff digital vermitteln zu können? Manche Inhalte lassen sich, inklusive Hausarbeiten, recht leicht ins Digitale übertragen – andere weniger.
  3. Dann müssen die Lehrenden auch auf die neuen Umstände vorbereitet werden. Das Team der DJS verbringt mit jedem Dozenten und jeder Dozentin bis zu einer Stunde, nur um die Möglichkeiten des gewählten Tools zu erklären und die Technik zu testen.
  4. Es gibt natürlich auch didaktische Fragen. Hier gibt es kein Geheimrezept – DJS-Schulleiterin Henriette Löwisch hat schon vor Corona Erfahrung im E-Learning sammeln können, was natürlich von Vorteil ist. Doch auch sie lernt, zusammen mit den Dozenten, weiter dazu. Um das zu institutionalisieren, werden alle Lehrenden nach ihrer Unterrichtseinheit nach ihren Erfahrungen befragt. Diese werden gesammelt, und danach allen ehemaligen und zukünftigen Dozentinnen und Dozenten zur Verfügung gestellt. So lernt die ganze Kohorte gemeinsam.

Learnings

  • Die Wahl des Tools ist gar nicht so wichtig – man kann sich kein Tool einkaufen, dass alle Probleme löst. Die didaktische Herausforderung ist größer.
  • Die gemeinsame Weiterentwicklung des E-Learnings an der DJS hilft allen Beteiligten.
  • Das größte Problem beim Online-Unterricht ist die Diskussionskultur, die online einfach nie an den analogen Austausch herankommt. Dafür helfen Videokonferenzen bei der Entwicklung anderer Fähigkeiten: Wer seine Fragen für einen Chat aufschreiben muss, weil man nicht einfach “dazwischenfragen” kann, formuliert sie automatisch präziser.
  • Die Schülerinnen und Schüler hatten zunächst Angst, nicht auf demselben Niveau unterrichtet zu werden wie ihre Vorgänger und Nachfolger. Die Zeit bringt aber Beruhigung und Routine, die Sorgen werden weniger.
  • Wenn man schon aus dem Home Office arbeiten muss, macht es keinen Unterschied, wo das Home Office ist. Die DJS hat für die Dauer des E-Learnings die Präsenzpflicht in München aufgehoben, viele Schülerinnen und Schüler nehmen von ihren Familien aus am Unterricht teil und haben so wenigstens eine Sorge weniger.
  • Wer denkt, durch E-Learning könne man Zeit sparen, irrt sich – es braucht viel Vorbereitung und alles dauert länger, als man denkt.
  • Wer in diesen Zeiten einen analogen Prozess ins Digitale verlagern will, sollte sich noch stärker als sonst die Frage stellen, wie motiviert seine Zielgruppe ist. Denn ansteckende Begeisterung ist über eine Webcam schwer zu vermitteln. Veranstalter und Teilnehmer brauchen ein hohes Maß an Eigeninitiative.
  • Wer Erfahrungen in diesem Bereich macht, kann enorm davon profitieren, sie auch anderen zur Verfügung zu stellen.

Hier geht’s zum Projekt

Wenn ihr mehr erfahren, oder euch das Projekt selbst ansehen wollt, klickt einfach hier.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.